Unser Leben zwischen Klicks und Likes.

Aus einem Traum voller Abenteuer wachen wir am Morgen auf.
Der Wecker erinnert uns an die Pflichten, die wir täglich erledigen wollen oder müssen.
Die Liste der ToDos ist endlos lang. Die 24h reichen kaum für unsere Aufgaben.
Und trotzdem geht der erste Griff des Tages zum Handy. Wir checken die Nachrichten, die uns in den maximal 8 Stunden Schlaf erreicht haben. Die Herzen auf unsere Tweets und die Likes auf unser letzten Instagram Bild.
Wir vertrödeln Unmengen an Minuten bis uns die Zeit in die Knie zwingt und wir die warmen Laken verlassen müssen. Mehr oder weniger bereit für den Tag, der uns bevorsteht. Doch nicht bevor wir noch eine Kurznachricht abgesetzt haben, um unsere Followerschaft darüber zu informieren, wie müde wir sind und dass wir eigentlich so gar nicht startklar sind.

Aber egal, was muss, das muss. Doch selbst auf dem Weg zum Arbeitsplatz, der Uni oder Schule, flüchten wir wieder in die digitale Welt. Wir nutzen die Zeit, um ein Kunstwerk bei Instagram hochzuladen, welches wir bis zur Perfektion bearbeitet haben. Stunden zuvor haben wir damit verbracht das vermeintlich perfekte Bild für unseren Feed zu kreieren. Minuten später müssen wir uns doch wieder davon losreißen, um in der Realität weiter zu machen. Es ist noch nicht mal Mittag. Arbeiten.

Doch zwischen all den ToDos können wir kaum widerstehen unsere Social Media Kanäle zu checken. Zu sehen, wie viele Likes wir mit dem neuesten Beitrag erreichen konnten. Wir lieben es, wenn wir Anerkennung bekommen. Wir lieben es, wenn andere Menschen unsere Arbeit teilen und kommentieren. Und wir sind enttäuscht, wenn wir merken, dass unser neuester Post nicht ankommt. Wir machen unseren täglichen Erfolg, unsere Gute Laune davon abhängig, wie gut wir im Internet ankommen. Es macht Spaß, immer neue Follower zu generieren. Immer mehr Menschen für unser Hobby zu begeistern. Mehr, mehr, mehr.

Und so stecken wir in einem Karussell der Gefühle fest. Von Tag zu Tag versuchen wir aufwendigere, schönere, bessere Bilder zu machen. Ganz nach dem Motto höher, weiter, schneller. Wir können es nicht kontrollieren. Der Sog der Aufmerksamkeit durch fremde Leute hat einen so hohen Stellenwert in unserem Leben eingenommen, dass es nur schwer ist, dem zu entkommen.

Doch es gibt auch diese Momente in denen uns das Privat- und Berufsleben einen Strich durch die Rechnung macht. Wir haben keine Zeit mehr zum Posten. Die Stunden, Tage und Wochen verfliegen wie im Flug und zack, verlassen uns diese „wichtigen“ Leute, von denen wir die Aufmerksamkeit so dringend benötigen. Es verletzt uns. Wir sind traurig. Wir sind genervt. So macht das Ganze keinen Spaß mehr.

Hin und wieder sitzen wir abends mit einer Tasse Tee und einer Chipstüte in unserer Wohnung und fragen uns, wofür das alles? Wir sind glücklich und zufrieden ohne diesen Druck, ohne diesen Konkurrenzkampf im World Wide Web. Der Algorhythmus spielt mit uns. Wir können nicht gewinnen. Wir sagen „Scheiß egal, auf die Likes. Ich mach das nur für mich.“ Weil wir alles haben, was wir brauchen. Freunde, Familie, einen Job, den Lieblingsmensch.

Doch tief in unserem Inneren können wir das nicht abstellen. Wir brauchen es. Irgendwie. Irgendwann. Irgendwo.

2 Gedanken zu “Unser Leben zwischen Klicks und Likes.

  1. Hey Vera,
    Da ist definitiv viel Wahres dran und manchmal fällt es einem echt schwer sich soweit zurück zu nehmen, dass das Hobby nicht in totalen Stress ausartet.
    Danke für diesen tollen Text.
    LG, Moni

    • Hallo Moni,
      Danke für deine Worte. Und ja, ich merke selber, dass es teilweise bei mir Stress ist. Aus diesem Grund habe ich seit Anfang des Jahres immer weniger gemacht, weil es neben meiner Arbeit einfach viel zu viel ist und ich noch mehr ins Burnout schlitterte..

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