Wieso mir mein Gewicht egal ist.

Seit einer Weile überlege ich über dieses Thema zu schreiben. Die endgültige Entscheidung kam dann letzte Woche.
In meiner Mittagspause habe ich mich eine ganze Weile mit einer Klassenkameradin unterhalten, welche ihre Pille abgesetzt hat und deswegen durch die Hormonhölle geht. Unteranderem hat sie aufgrundessen auch ein bisschen abgenommen und wiegt jetzt nur noch 60 kg. Ihr Normalgewicht liegt bei 64 kg. Zur Erklärung: Sie ist klein und super schlank. Also so richtig. Da ist kein Gramm Fett an ihr. Zum Vergleich: ich bin 1,70 m und habe hier und da ein wenig mehr. Und wiege 65 kg. (Das weiß ich nur, weil ich mich vergewissern wollte, dass ich in etwa genauso viel wiege, wie meine elfenhafte Klassenkameradin. Ich konnt’s einfach nicht glauben, dass die Verhältnisse so extrem sind.)

Tatsächlich ist es mir egal, ob auf der Waage 70, 65, 40 oder 100 steht. Denn es ist nur eine Zahl. Wie ihr seht, sagt diese überhaupt gar nichts über die Figur einer Person aus. Denn es kommt auch dazu, welche Gene du von deinen Eltern geerbt hast. Die Knochenstruktur hat bei deinem Gewicht nämlich auch ein Wörtchen mitzureden.
Mir ist nur wichtig: fühle ich mich wohl?
Und um das zu beantworten, brauche ich die Zahl nicht. Deswegen verstehe ich es einfach nicht, wieso Leute sich wiegen und denken: „OMG Ich wiege xy, ich muss unbedingt abnehmen!“
Nur, weil jetzt diese Zahl da steht, wollt ihr abnehmen? Verstehe ich nicht. Wenn ihr Sport macht, werdet ihr zwar abnehmen, aber dann auch wieder zunehmen, weil ihr Muskeln aufbaut, die natürlich auch ihr Eigengewicht haben. Trotzdem ist euer Erscheinungsbild dann schlanker. Und das ist doch das was zählt, wenn das euer Ziel ist. Wieso dann so an die Zahl klammern?
Früher habe ich es auch vermieden über mein Gewicht zu reden. So in der 5./6. Klasse. Da habe ich mich mit 47 kg dick gefühlt, weil alle anderen nur 40 kg wogen. Ich war so dumm. Aber seit der 10. Klasse kann ich ganz frei darüber reden. Ich weiß nicht wirklich, wann es bei mir Klick gemacht hat. Wahrscheinlich weil ich es schon immer komisch fand, mich über eine Zahl definieren zu lassen. Ich gehe auch selten auf die Waage. Weil es mich einfach nicht interessiert. Deswegen habe ich auch kein Problem damit, bei der Frage zu meinem Gewicht mit ca. 65 kg zu antworten. Weil dies sicherlich ein schwankender Faktor ist. Gerade in der Winterzeit gibt es so leckere Sachen!
Dieses eine-Frau-fragt-man-nicht-nach-dem-Gewicht finde ich auch irgendwie sinnlos. Wieso sollte ich eine Frau nicht danach fragen? Wieso macht man da immer so ein Geheimnis drum? Ich meine, ich weiß auch nicht, was es der Person bringt, das zu wissen, aber gut. Für mich sind das einfach nur gefühlslose Fakten. Das ist eben so. Aber die Medien suggerieren uns, dass man bei einer bestimmten Größe und Alter so und so viel wiegen muss. Denn wenn man über dem BMI liegt, wird man direkt als fettleibig abgestempelt und wenn man drunter liegt ist man sofort magersüchtig. So beurteilen wir uns gegenseitig, ganz unabhängig davon, ob die Person sich so wohl fühlt.
Wenn ich Bock auf Chips habe, esse ich Chips. Wenn ich Bock auf ’ne fette Torte habe, dann tu ich’s. Okay, momentan nicht, weil ich mich unwohl in meinem Körper fühle und meine Problemzonen bekämpfe. Ob ich dadurch aber auf der Waage abnehme ist mir boogie. Ich möchte lediglich einen definierten Körper. Wenn dann 80 statt 65 auf der Waage stehen, dann ist es so. (Obwohl ich das wahrscheinlich nicht mal mitbekommen würde, so selten wie ich auf eine Waage steige.) Trotzdem esse ich manchmal noch Chips. Und Gummitiere. Und Bonbons. Und Kekse. Gott, es ist so schwer damit aufzuhören und mit Sport anzufangen. Aber ihr versteht, was ich meine.

Das sind die Gründe, wieso ich auch niemanden nach seinem Gewicht frage und bei solchen Diskussionen auch immer den Kopf schüttele. Liebe (junge) Mädels: haltet euch nicht an der Zahl fest. Sie ist variabel und absolut nichtssagend. Wenn ihr euch wohlfühlt, dass ist doch alles in Butter, wenn nicht, tut was dagegen – egal in welche Richtung. Aber jammert nicht rum, dass ihr euch dick fühlt und in der nächsten Minute schreibt ihr, dass ihr wieder eine Tafel Schokolade esst. DAFUQ?
Jeder Körper hat auch seine eigene Wohlfühlzone, wo er am besten funktioniert. Denkt daran.

Also chillt mal eure Basis.

xoxo Vera

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21 Gedanken zu “Wieso mir mein Gewicht egal ist.

  1. Ich bin 1,64 cm groß und habe mal 55 kg gewogen, dann 74 kg und mittlerweile wieder 66 kg. Ich habe so zugenommen aufgrund von Krankheit und ebenso wieder abgenommen. Da ich immer größere Kleidung trage, schon immer Größe 42, war mir das alles egal. Ich esse normal, manchmal nasche ich etwas mehr. Aber ich bin gesund und glücklich. Mich hat es auch nie gestört über Gewicht oder sonst was zu reden. Habe mich auch nie verglichen oder dünnen Mädchen nach geschwärmt. Ich bin gut so wie ich bin.

  2. Hallo Vera,
    sehr schöner Beitrag! Ich hätte früher mal sowas gebraucht, jemand, der mit mir offen über das Thema Gewicht redet. War damals (Gott, circa 9 Jahre her), noch nicht so Trend. Hab damals mich mitunter zweimal am Tag gewogen, um zu schauen, ob ich „zugenommen“ habe… seufz. Heute wiege ich mich nur noch selten und beurteile mein Gewicht nach meinem Körpergefühl. Die Waage ist nur eine Absicherung, so ala: *Blick in den Spiegel* „Sieht gut aus! Aber vielleicht täusche ich mich?“ *auf die Waage hüpf* – japp, alles bestens! Weder zu- noch abgenommen 😀 Die Zahl ist für mich keine Kampfansage mehr, etwas „erreichen“ zu wollen, sondern die Bestätigung, dass alles gut ist oder ich mal wieder ne Tüte weniger Chips essen sollte XD
    Liebe Grüße und ich hoffe, du erreichst damit ein paar arme Seelen da draußen,
    Alex

    • Ob ich weniger Chips essen sollte, sehe ich oft auf Fotos. So krass, wie man sich entwickelt. Aber ich vergesse es einfach mich zu wiegen. Außer damals. Als ich zunehmen wollte und es nicht klappte.
      Aber schön, dass du dich jetzt auch eingepegelt Hast! Finde ich toll! 💕

      Danke für deinen Beitrag. Vielleicht lesen das ein paar Teenies. 😊

      xoxo

  3. Hi Vera 🙂

    ich fühle mich in meinem Körper auch nicht ganz wohl und habe endlich angefangen, etwas dagegen zu tun. Auf mein Gewicht achte ich aber seit Jahren nicht mehr… EIgentlich, seit unsere Waage kaputt gegangen ist. Aber es kümmert mich auch nicht mehr. Solange ich mich wohlfühle oder auf dem Weg zum WOhlfühlen bin, ist das völlig egal. Da können sich andere ein „deine Oberschenkel sind aber schon etwas fett“ auch sonst wohin stecken.
    Ich hoffe, dass sich einige, die vielleicht ein Problem mit ihrem Gewicht haben, diesen Beitrag lesen und zum Nachdenken angeregt werden.

    Liebe Grüße,
    Katja

    • Danke für deinen Kommentar. Ich finde es toll, dass du nicht auf die Zahl achtest.
      Und ich finde es schade, dass dir Leute sagen, dass du etwas fette Oberschenkel hast. Unmöglich sowas.

      Xoxo

  4. Ich hatte lange Zeit Probleme mit meinem Gewicht, nicht unbedingt aus Absicht, Ich vergesse teilweise einfach das Essen, bzw esse nur wenn ich Hunger habe.Wo ich dann bei knapp 60 kg gelandet bin und ich einfach arg krank aussah
    Seit ich Normalgewicht habe, sagt mir jeder das ich Gut aussehe.Was mich ziemlich irritiert. Aber eigentlich war meine Motivation zuzunehmen nur, das ich eine schwere OP vor mir habe und ich einfach Puffer brauche, falls was schief geht (und weil das Krankenhausessen nicht so gut ist XD)

    Ich finde es gut, dass du auch mal solche Thematiken ansprichst. Aber es geht doch allen Jugendlichen/jungen Erwachsenen so, nicht nur jungen Mädchen so Nur Jungs reden da nicht so drüber.

    • Danke für deine Meinung! Es stimmt, auch Jungs haben das. Das hab ich in dem Beitrag gar nicht so beleuchtet, aber du hast Recht. Jeder kann sich das zu Herzen nehmen.

      Und ja, Krankenhaus essen ist so lalala xD

      Xoxo

      • Immer wieder gern 🙂
        Nicht kann, sondern sollte es sich zu Herzen nehmen.

        Wenn man von den ausgeht, was ich zu Essen in den Koffer gepackt habe, könnte man denken, dass ich ins Ferienlager fahre XD

        Grüße,
        Yanthara

  5. Es stimmt schon, dass die Zahl an sich unwichtig ist. Wenn ich mich mit 64 kg schlank und wohl fühle, muss ich mich nicht krampfhaft auf 58 kg runterhungern. Aber die Zahl hilft, sein Ziel Außenstehenden zu benennen bzw. zu visualisieren. Man sollte eben nur den Mut haben, sich auch schon früher einzugestehen, dass man sein Ziel eigentlich schon erreicht hat: nämlich das man sich endlich in seiner Haut wohlfühlt.

  6. Ich hab durch zu viel Stress in den letzten Jahren leider ordentlich zugenommen.
    Am Anfang habe ich wirklich alles versucht, wieder auf das Gewicht zu kommen, das ich davor hatte. Der Verzicht auf gewisse Sachen wurde mir dann aber irgendwann zuviel und ich dachte echt „Was soll es? Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst, nicht, wie die anderen dich sehen.“
    So denke ich eigentlich schon seit immer, aber manchmal muss man sich das eben wieder ins Gedächtnis rufen. Dass man eigentlich eine Meinung hat, die nicht von anderen bestimmt ist, sondern aus seinem eigenen Herzen kommt.

    Letztes Jahr habe ich die Reißleine gezogen, da der Stress sich auch außerhalb des Gewichts bemerkbar machte. Da hatte ich 86kg und war dennoch relativ zufrieden mit mir und meinem Körper.
    Inzwischen wiege ist 6kg weniger. An meiner Zufriedenheit hat sich nichts geändert, außer, dass ich mich hin und wieder darüber freue, „alte“ Kleidung wieder anziehen zu können.
    Mein BMI sagt immer noch, dass ich mit 80kg bei einer Größe von 1,74m Übergewicht habe. Aber das ist mir egal. Auch auf die Frage „Wann ist es denn soweit?“ habe ich inzwischen eine passend-freche Antwort.
    Wichtig ist mir, dass ich zufrieden mit meinem Körper bin. Und das bin ich.

      • Das ist immer interessant, das meistens Leute die Frage stellen, die selbst keine Kinder haben (wollen). Dann sag ich immer sowas wie „Na, wenn deins kommt“ oder so. Ist halt abhängig von dem, der fragt 🙂

  7. Hallo Vera,

    ein sehr schöner und mutiger Beitrag. ich selbst hatte auch mal Probleme mit meinem Gewicht, litt unter einer Essstörung. Ich habe damals mit meinen 1,75 m gerade so 50 kg auf die Waage gebracht und sah wirklich nicht schön aus. Habe mich damals ablichten lassen, überall standen Knochen raus, ich sah regelrecht krank aus und das nur, weil ich mich selbst damals noch zu dick fand. Das war die Zeit, als ich für ein Jahr ins Ausland wollte und meine Eltern haben mir damals gedroht, dass sie mich nicht gehen lassen, wenn ich das mit dem Essen nicht in den Griff bekomme. Da mir mein Traum in den USA zu leben allerdings wichtiger war, als das Hungern, habe ich mir selbst in den Hintern getreten und wieder angefangen, zuzunehmen. In den USA hat das zunehmen dann ganz von selbst geklappt haha zu Hause angekommen habe ich dann wieder abgenommen, dieses „Ich fühle mich zu dick“ ist heute noch teilweise in meinem Kopf verankert, aber durch meinen Freund und dadurch, dass ich nun in diese Kraftsport-Kreise geraten bin, habe ich gelernt, dass man essen muss und das sportlich, gesund und fit zu sein, viel schöner und gesünder ist, als völlig abgemagert. Seither habe ich auch gelernt, Spaß am Essen zu haben und was auf der Waage steht, ist mir schon lange egal. Seit ich Kraftraining mache nehme ich auf der Waage ohnehin nur zu, was ja auch mein Ziel ist. Der Körper wird definierter, und ich schwerer, da Muskeln bekanntlich schwerer sind als Fett, sprich die Zahl die auf der Waage steht hat absolut nichts auszusagen darüber, wie man aussieht oder wie man sich fühlt. Wie du selbst schreibst hängt sehr viel mehr mit dem Gewicht zusammen, als bloß der Körperfettanteil.

    Im Grunde sollte man so leben, wie man sich wohl fühlt; so, dass man in den Spiegel schaut und zufrieden ist, ohne zu denken man sei zu dünn oder zu fett und ja, man muss sich zwischendurch auch was gönnen denn wenn man sich alles verbietet, wirkt sich das nicht nur auf den Körper aus, sondern auch auf Geist und Seele und mithin auch auf die Laune. Früher hätte ich mir nie ein Stück Pizza gegönnt, heute, nach einer ausgiebigen Trainingseinheit, wenn mir gerade nach „cheaten“ ist kommt es schon mal vor, dass ich 1,5 Tiefkühlpizzen schaffe. Solange man sich wohl fühlt ist alles in Ordnung da spielt es keine Rolle, was einem die Waage sagt, oder irgendwelche anderen Leute!

    Ganz liebe Grüße
    Ivy

  8. Liebe Vera,
    ein sehr guter und vor allem wichtiger Beitrag!!!!
    Ich bin ca. 1,65 und wiege ungefähr um die 75 Kilo. Keine Ahnung, wie dir geht es mir auch – ich befasse mich nicht ständig damit. Ich weiß, als Idealmaß geht das nicht mehr durch – aber hallo! Ich bin Mitte 40, hab zwei wundersüße Kinder, was soll ich da über das eine oder andere Kilo zuviel nachdenken?
    Früher hab ich auch mal 55 Kg gewogen, na und? Man sollte sich wohl fühlen in seiner Haut, ich kann genau noch mit den Kindern toben, und ich esse auch viel zu gern, um da so genau drauf zu achten.

    Ganz wichtig finde ich das Thema auch bei meiner Großen gerade, die ist jetzt 13. Aber was bin ich froh, dass sie auf eine gute, soziale Schule geht, wo eh keiner nach irgendwelchen Zahlen und Kilos bewertet wird (auch unter den Schülern ist das kein Thema). Aber sprechen tun wir auch darüber, finde ich einfach wichtig mit zum Thema Aufklärung.

    Liebe Grüße Anett.

    • Mit 2 Kindern, na aber Hallo! Das ist doch wichtig. Du bekommst auch so viel Liebe von deinen Kindern zurück. Um genug Energie zu tanken, braucht man auch genug Essen!
      Freue mich, dass du so darüber denkst. 💛

      Xoxo Vera

  9. Hey!
    Ich besitze nicht mal eine Waage, weil es mir einfach kack egal ist was da drauf steht.
    Was soll diese Zahl denn über mich aussagen?
    Letztendlich kommt es doch darauf an, dass man sich wohl fühlt.
    Mir fällt auch nicht auf ob Freunde von mir zu- oder abnehmen, weil es mir einfach nicht wichtig ist. Ebenso können sie die Klamotten tragen auf die sie Bock haben, die Musik hören, die sie gut finden und das essen wonach ihnen ist. Hauptsache man versteht sich und hat in ungefähr die gleichen Ansichten.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  10. Danke für diesen Beitrag!
    Ich stimme zu, dass das Gewicht gar nichts über die Figur aussagt, schon allein eben deshalb, weil Fett und Muskeln da ja völlig willkürlich drauf verteilt sein können. Am BMI habe ich deshalb auch so meine Zweifel, weil ich da z.B. schon in der unteren Hälfte des Normalgewichts stecke, aber eindeutig noch einiges abnehmen könnte, ohne dass es ungesund wird oder aussieht.
    Die Zahl ist also wirklich völlig überflüssig und ob man mit seiner Figur zufrieden ist, kann man viel eher am Gefühl oder am Spiegel feststellen. Wiegen tue ich mich auch nur aus Interesse und nicht, weil ich das Ziel habe, soundsoviel Kilo zu wiegen. Die Frage nach dem Gewicht zu verbieten finde ich ebenfalls albern, das ist für mich so wie die Körpergröße. Jeder sieht ohnehin, wie groß ich etwa bin, wieso sollte ich also die genaue Zahl verheimlichen? Völliger Unsinn.

    Liebe Grüße!

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